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Diäten im Test

Wer braucht eine Diät?
Es gibt viele Menschen in Deutschland - vorwiegend Frauen - die glauben, sie seien zu dick und müssten unbedingt abnehmen. Wenn sie allerdings ihren BMI ausrechnen, dann stellt sich heraus, dass sie untergewichtig oder gerade mal normalgewichtig sind. Auch wenn ihnen unser Schönheitsideal etwas anderes suggeriert, sollten diese Menschen auf keinen Fall eine Diät machen. Das kann ernste gesundheitliche Folgen haben.
Auf der anderen Seite gibt es Menschen, die stark übergewichtig sind und deswegen gesundheitliche Probleme haben. Diese Menschen sollten dringend abnehmen und dafür eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen. Unsere Tipps richten sich an diejenigen, die leicht übergewichtig sind und etwas abnehmen möchten.

Grundsätzliches
Eine Diät ist nur dann sinnvoll, wenn sie zu einer Ernährungsumstellung führt. Nicht nur kurzfristig, sondern für immer. Wenn eine Diät eine rasche Gewichtsabnahme verspricht, ohne die schlechten Essgewohnheiten zu verändern, ist von ihr abzuraten. Im Idealfall sollte eine Diät nur die etwas strengere Form vom späteren Alltag sein. In dem sind Schokolade, Pommes und Chips nicht verboten, sondern ein Luxus, den man sich hin und wieder gönnen darf. Bewusst gegessen und in Maßen eben. Auch Bewegung und Sport sollten Teil der neuen Gewohnheiten sein. Nehmen Sie zum Beispiel mal das Fahrrad, um zur Arbeit zu kommen, auch wenn sie nicht abnehmen müssen.

Fasten und Crashdiäten
Bei diesen Diäten wird die Kalorienzufuhr drastisch reduziert. Es wird entweder gar nicht oder kaum gegessen. Je nach Kur sind unter anderem Rohkost, Säfte, Tees oder Wasser zugelassen.
Vorteil: Manchen Kuren wird eine entschlackende Wirkung zugeschrieben. Dabei steht die Gewichtsabnahme im Hintergrund. Trotzdem purzeln bei dieser geringen Kalorienmenge meist viele Pfunde.
Nachteil: Die Pfunde kommen ruckzuck wieder drauf. Da das Ernährungsverhalten nicht angetastet wird, isst man nach der Kur wieder wie vorher und nimmt oft mehr Kilos zu, als man verloren hat. Außerdem kann es zu Mangelerscheinungen kommen, weil nicht nur Kalorien, sondern auch Mineralstoffe und Vitamine reduziert werden.
Fazit: Zur Gewichtsabnahme sind Fastenkuren nur bedingt geeignet. Auf jeden Fall sollte man nur nach ärztlicher Beratung fasten.

Formula-Diäten
Es gibt sie als Granulat, in Pulverform, fertig angerührt und von Prominenten angepriesen. Während der Diät ersetzen die angerührten oder fertigen Breie die Mahlzeiten. Danach einzelne Mahlzeiten durch einen Brei ersetzt werden, um das Gewicht zu halten.
Vorteil: Die Nährstoffe sind so abgestimmt, dass keine Mangelerscheinung auftritt. Bei einer solchen Diät muss man sich über Vitamine, Mineralstoffe und sogar Kalorien keine Gedanken machen. Und man nimmt trotzdem ab - vorausgesetzt man hält die Diät durch.
Nachteil: Das Durchhaltevermögen wird auf eine harte Probe gestellt. Wer nur Brei zu sich nimmt, entwickelt schnell Heißhunger auf Bissfestes. Außerdem lernt der oder die Diätwillige auch hier nichts über die richtige Ernährung. Die Folge: Mit dem gewohnten Essverhalten kehren auch die Kilos zurück.
Fazit: Für den Zwei-Kilo-Weihnachtsspeck und eisernen Durchhaltewillen durchaus geeignet. Wer aber mehr und langfristig abnehmen will, sollte lieber auf seine Ernährung achten. Sonst wird er Dauerkunde bei Formula und Konsorten.

Wunderdiäten
Diese versprechen entweder, dass bestimmte Inhaltsstoffe in der Nahrung - wie zum Beispiel Enzyme - die Fettdepos regelrecht wegschmelzen, oder dass bestimmte Lebensmittel dem Körper mehr Energie entziehen, als zuführen.
Nachteil: Diese Diäten entbehren jeder wissenschaftlichen Grundlage. Im Gegenteil: Sie lernen das Falsche über Nährstoffe. Wer mit diesen Diäten abnimmt, tut es deshalb, weil die Diätpläne kalorienreduzierte Mahlzeiten vorschreiben.
Fazit: Nicht zu empfehlen.

Einseitige Diäten
Darunter fallen alle Diäten, die eine Nährstoffgruppe besonders stark bevorzugen. Es gibt die unterschiedlichsten Varianten. So werden bei einigen eiweißreiche Lebensmittel wie zum Beispiel Eier oder Steaks empfohlen. Bei anderen sind vor allem fettreiche Mahlzeiten erlaubt. Wieder andere basieren auf kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln wie Kartoffeln, Reis oder Nudeln.
Vorteil: Kohlenhydratbetonte Diäten sind sehr sättigend. Außerdem kommen sie von allen einseitigen Diäten den Empfehlungen für eine ausgewogene Ernährung noch am nächsten.
Nachteil: Viele dieser Diäten sind gesundheitsschädlich. Zu viele Proteine können beispielsweise die Nieren erheblich belasten. Fettreiche Kost kann zu Stoffwechselstörungen führen und zum Beispiel den Harnsäurespiegel erhöhen. Und auch hier wird für die Zeit nach der Diät nicht das Richtige erlernt.
Fazit: Proteinreiche und Fettreiche Diäten sind nicht zu empfehlen. Kohlenhydratreiche Diäten sind dann zu empfehlen, wenn sie insgesamt eine ausgewogene Ernährung darstellen.

Reduzierte Mischkost
Bei solche Diäten wird alles gegessen - Kohlenhydrate, Eiweiß und sogar Fett. Nur die Zusammensetzung ist meist anders als man es gewöhnt ist. Und während der Diät isst man natürlich reduzierte Mengen. Mit den meisten dieser Diäten kommt man der Empfehlung für eine gesunde und ausgewogene Ernährung am nächsten. Danach sollte man 50-55% der täglichen Energiemenge mit Kohlenhydraten abdecken, 30% mit Fett und 15-20% mit Eiweiß.
Vorteil: Wer sich so ernährt, muss sich über Mangelerscheinungen keine Gedanken mehr machen. Und dadurch, dass er oder sie sich schon während der Diät richtig ernährt, lernt er etwas über richtige Ernährung und kann sie umstellen. Deswegen hat er oder sie auch gute Aussichten das Gewicht zu halten.
Nachteil: Nach Plan gekocht sind diese Diäten oft zeitaufwendig.
Fazit: Empfehlenswert!